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Dieses Beispiel ist eine Abbildung des Gesetzes von der Einheit der Gegensaetze. Die
binaere Opposition der objektiv-subjektiven Zeit ist füer die Konfliktentstehung in einem
musikalischen Werk notwendig. Die Zeit ist ein Musikraum. Alle Konflikte im breiten Sinn -
von der Taetigkeit der Natur oder des Menschen - entstehen als ein Ergebnis der Spannung
zwischen dem Zusammendraengen und Dehnen des Raumes oder der Zeit. Die Musik untersucht
dieZeit.
Im Grunde genommen ist die Spannung zwischen der objektiven und subjektiven Zeit eine
Spannung zwischen zwei gleichzeitig vorkommenden Ereignissen: die objektive Zeit ist ein
Ereignis, das mit einem groesseren Regelmaessigkeitsgrad geschieht und ein Abzaehlpunkt
füer die mit einem wechselnden Regelmaessigkeitsgrad vorkommenden Ereignisse der
subjektiven Zeit ist. In einer Komposition kann es mehr als eine subjektive Zeit geben.
Die Idee der subjektiven Zeit als einer Gesamtheit von Ereignissen, die parallel zum
Abzaehlpunkt verlaufen, liegt der Dramaturgie zugrunde, denn einige parallel verlaufende
Ereignisse treten in Konflikt auch zwischen einander.
Der einfachste Fall:
/ / / / - die sich regelmaessig wiederholenden Bits des Metronoms (die objektive Zeit).
- zuvorkommende- zurueckbleibende Schlaege des Spielers l
- Bewegung des Spielers 2 zur Bestaetigung kann auch wunschgemaess
zuvorkommend-zumeckbleibend sein; sie beruht auf dem Dehnen-Zusammendraengen der
Ereignisse.
Die mehrfache Wiederholung dieses Pattems durch den Spieler mit verschiedener Artikulation
und freiem Zuvorkommen-Zurueckbleiben bietet grosse Gelegenheiten füer die
Konfliktbildung an, und dabei bleibt sie ein unveraendertes "musikalisches
Werk", denn die "grundlegende Strukturbewegung" ist durch das Streben des
Spielers 2 nach einer Bestaetigung angegeben.
So sehen wir in diesem Pattem den einfachsten Fall dessen, das der Autor als
"Formenkontrapunkt" bezeichnet - d.h. die Freiheit des Funktionierens von
mehreren Linien in einem im voraus angegebenen Struktur, so etwa ihre
"Interpretation" dieser Formel.
Gehen wir vom Wort "Formel" aus, denn dieses Wort bezeichnet genau genug die
Aufgaben, die sich der Musiker stellen muss, der sich mit der "operativen
Komposition" beschaeftigt. Denn unsere Aulgabe ist, in
"Formeln"(Strukturen) zu funktionieren und sie auch zusammensetzen zu koennen.
In der klassischen Komposition ist das ein sehr hochentwickeltes Gebiet, auf dem die
menschliche Kultur grosse Erfolge erzielt hat. Der Hoehepunkt ist die westeuropaeische
symphonische Tradition. Man muss aber im Bilde sein, dass verschiedene Stmkturtypen
(stabile Formeln) eine Widerspiegelung (in ihrem primaeren, dynamischen Sinn als Fixierung
der Ereignisse vom verschiedenen Intensivitaetsgrad) der objektiven Prozesse sind, die im
menschlichen Koerper im Zusammenhang mit der Entstehung und Entwicklung von Emotionen
verlaufen, d.h.
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